Essstörungen und Diäten
Wenn das Essen im Vordergrund steht
Bei einer Essstörung geht es um tiefgründige Probleme. Magersucht und Bulimie sind bekannt, dazu kommt das zwanghafte «extrem gesund essen wollen». Bei allen drei braucht es viel Geduld und Einfühlungsvermögen, um aus dem Teufelskreis herauszukommen.

Erkennen
Drei Formen
Magersucht
Die Betroffenen sind sehr dünn, man sieht sie in der Öffentlichkeit kaum essen. Sie halten ihre Strategie geheim.
Bulimie
Nicht zwingend dünn. Beim Einkaufen oft mit übervollem Wagen; zu Hause werden Unmengen gegessen und wieder erbrochen. Ein Hinweis sind stark beschädigte Zähne, verursacht durch die Magensäure.
Zwanghaft gesund essen
Eine neuere Erscheinung. Jeden Tag, auch in den Ferien, wird nach extra gesundem Essen gesucht. Nichts «Ungesundes» wird gegönnt. Das Zusammenleben mit Betroffenen fällt schwer.
Diäten
Bringen Diäten etwas?
Man hört immer wieder, dass Diäten nichts bringen. Diese Meinung teile ich. Trotzdem spricht einiges für eine Ernährungsumstellung:
- Man kommt von alten Gewohnheiten weg.
- Für eine gewisse Zeit hält man sich an einen festen Plan.
- Erste Erfolge zeigen sich bald.
- Der Übergang zur typengerechten, individuellen Ernährung fällt nicht mehr schwer.
Ganz wichtig: Die Diät muss zur Person passen. Nur eine Diät, die man mag, bringt Erfolg. Diabetiker, Menschen mit Rheuma oder Zöliakie sowie Adipositas-Patienten müssen auf einige Lebensmittel achten oder darauf verzichten.
Formen
Trennkost, Stoffwechseldiät, GLYX-Diät, Säure-Basen-Diät
Trennkost
Kohlenhydrate und Eiweisse werden pro Mahlzeit getrennt: Pasta ohne Fleisch, dafür mit Gemüse oder Salat. Das verbessert die Verdauung.
Stoffwechseldiät
Zwei bis drei Wochen möglichst wenig Kohlenhydrate, allenfalls ohne tierisches Eiweiss. Der Verzicht kurbelt den Stoffwechsel an.
GLYX-Diät
Der glykämische Index sagt, wie schnell ein Nahrungsmittel den Blutzucker steigen lässt. Zucker, Weissmehlgebäck, Cornflakes, Rösti, Alkohol liegen über 50. Vollkorn, Hülsenfrüchte, ungesüsste Milchprodukte und Gemüse liegen darunter: Der Hunger lässt auf sich warten, die Fettverbrennung hält länger an.
Säure-Basen-Diät
Wir brauchen Säuren und Basen, aber im richtigen Verhältnis. Anzeichen eines Ungleichgewichts: extreme Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Übergewicht, Haarausfall, depressive Verstimmungen. Basenbildend: biologische Früchte, Gemüse, Kartoffeln. Säurebildend: Zucker, Alkohol, Weissmehlprodukte.
Bei einer Essstörung ersetzt meine Beratung keine ärztliche oder psychotherapeutische Behandlung. Ich begleite Sie ergänzend, mit viel Geduld und in Absprache mit Ihren Fachpersonen.
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